Eislaufvergnügen bis 8. Januar

Zur Weihnachtszeit herrschte in Heidelberg reges Treiben und Lichterglanz

24.12.2011 - In Heidelberg versammeln sich seit jeher große Geister. Joseph von Eichendorff (1788 - 1857), als Student Teil der „Heidelberger Romantik“
beschrieb seine Weihnacht einst so: „Markt und Straßen steh’n verlassen, still erleuchtet jedes Haus, sinnend geh ich durch die Gassen, alles
sieht so friedlich aus“. (Gedichte, 1837)


In diesem Jahr herrschte im romantisch-barocken Heidelberg zur Weihnachtszeit reges Treiben und Lichterglanz. Der berühmte Weihnachtsmarkt war auf verschiedene Plätze mit individuellem Charakter verteilt. Ein Marsch entlang der rund 140 Buden eröffnete malerische und ungeahnte Perspektiven auf die geschichtsträchtige Stadt am Neckar.

Bismarckplatz

Der Staatsmann Bismarck konstatierte einmal: „Mit nichts vergeuden die Deutschen mehr Zeit als mit dem Biertrinken“. Am nach ihm benannten Bismarckplatz, dem Knotenpunkt des Heidelberger ÖPNV, ließ sich wunderbar bei einem weihnachtlichen Glühwein „Zeit vergeuden“. Jenseits der Hetze gab es hier Erfrischungen, Schmuck, Keramik, Engel und Laternen.

Anatomiegarten

Das ganze Jahr hinweg residiert die Statue des Chemikers Robert Bunsen, der in Heidelberg einst lehrte, recht einsam über dem Anatomiegarten. Für vier Wochen erhielt sie Gesellschaft von Anbietern von Süßem und Deftigem, Namenstassen, Kerzen, Bernstein und afrikanischer Schnitzkunst. Bisweilen gab es dort exotische Trommelklänge zu hören, die in ferne Gefilde entführten…

Universitätsplatz

Die Inschrift des Germanisten Friedrich Gundolf von 1931 „dem lebendigen Geist“ über dem Eingang der Neuen Universität ermutigt Studierende zu selbstständigem und kritischem Denken. Während der Adventszeit war hier auch ein lebendiger Entdeckergeist gefragt, denn mit rund 70 Buden stellte der Universitätsplatz das Kernstück des Weihnachtsmarkts dar. Von Omas praktischen Helferlein wie Nudelholz und Bürste über Künstlerisches wie Heidelberg-Fotos und Designerschmuck hin zu Klassischem wie Bunzlauer Keramik und einem nostalgischen, hundertjährigen Kinderkarussell fand sich hier beinahe alles.

Marktplatz

Geradezu klassisch gab sich der Marktplatz. Kein geringerer als der antike Held Herkules wacht von seinem Brunnensockel aus über das Adventsgeschehen. Von seinem Tatendrang inspiriert präsentierten sich dort nicht nur Händler und Gastronomen, sondern in der „Bürgerhütte“ auch wechselweise 14 Vereine und Schulen mit ihren Projekten. Im „Haus des Weihnachtsmanns“ stellte sich dieser gutmütig für ein Erinnerungsfoto in Pose.

Kornmarkt
Die Madonnen-Statue am Kornmarkt sollte Mitte des 19. Jahrhunderts die protestantischen Heidelberger wieder zum Katholizismus bekehren. Thematisch passend befand sich auf diesem wunderschönen Platz mit Schlossblick auch die Weihnachtskrippe. Kinder konnten neben der Krippe sogar echte Esel streicheln, und
Erwachsene fanden hier ausgefallene Geschenke.

Karlsplatz

Gastlichkeit wurde hier schon immer großgeschrieben. Seit dem 17. Jahrhundert locken hierher die historischen Studentenlokale. Bis 8. Januar 2012 ziert nun außerdem eine der schönsten Eislaufbahnen Deutschlands „Christmas on Ice“ den Platz unter dem Schloss. Hier lässt sich auch nach den Feiertagen romantisch Pirouetten drehen, oder gemütlich in der weihnachtlichen Gastrohütte bei kulinarischen Köstlichkeiten aufwärmen.






Weihnachtsmärkte

Wir haben sie! Die Termine der wichtigsten Weihnachtsmärkte rund um den Globus: